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Polizeibericht Schwaben Süd/West vom 08.02.10
Polizeiberichte Schwaben - Polizeipräsidium Schwaben Süd/West
Montag, den 08. Februar 2010 um 19:09 Uhr


Aus dem Unterallgäu

Betrunkener Schneehase

Tussenhausen: Nicht schlecht staunte eine Verkehrsteilnehmerin, die in der Nacht zum 08.02.2010 einen überdimensionalen Schneehasen im Straßengraben liegen sah. Beim genaueren Betrachten stellte die Frau fest, dass ein verspäteter Faschingsheimkehrer im Schneehasenkostüm aufgrund Alkoholgenusses eingeschlafen war. Eine hinzugerufene Polizeistreife, sorgte dafür, dass der „Schneehase“ nicht erfriert und dass er von einem Taxi abgeholt und sicher nach Hause gebracht wurde.

Verstoß gegen das Jugendschutz/Gaststättengesetz
Bad Grönenbach: In einer Diskothek wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Erotikshow-Veranstaltung durchgeführt. Für diese bestand durch Auflagenbescheid des Landratsamtes Unterallgäu ein Zutrittsverbot für Jugendliche unter 18 Jahren. Bei einer polizeilichen Kontrolle kurz nach Mitternacht konnten jedoch eine große Anzahl 16- und 17-jähriger Personen festgestellt werden. Der Betreiber erhält eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz.

Aus dem Lkr. Günzburg

Verkehrsunfall sorgt für Beeinträchtigung

Vöhringen: Am Sonntag, 07.02.10, 14.40 Uhr, kam eine 25-jährige Pkw-Fahrerin, sie war in Richtung Vöhrigen unterwegs, ca. 50 Meter vor dem Bahnübergang mit den rechten Rädern auf das Bankett. Sie konnte nicht mehr zurücklenken und fuhr frontal auf das Technikhäuschen neben den Schranken. Durch den Aufprall wurde die technische Einrichtung der Schranken gestört. Der Zugverkehr war dadurch beeinträchtigt (Schrittgeschwindigkeit für die Züge beim Bahnübergang). Die Fahrerin wurde leicht verletzt, Airbagauslösung und Gurt verhinderten schwerere Verletzungen. Gesamtschaden ca. 13.000 Euro.

Faschingsumzug und anschließendes Faschingstreiben
Kötz: Der Faschingsumzug am 07.02.2010 war gut organisiert und verlief sehr geordnet. Die Wagenbauer hielten sich an die Vereinbarungen und Auflagen. Aufforderungen, überlaute Musik zurückzudrehen, sind sie nachgekommen. Nach dem Umzug war die Günzhalle und der angrenzende Festplatz sehr gut besucht. Mit steigendem Alkoholkonsum entstand innerhalb kürzester Zeit eine aggressive Stimmung und Gewaltbereitschaft. Wegen des nicht kalkulierbaren Risikos beendete der Veranstalter vorzeitig das Faschingstreiben. Polizei und Sicherheitsdienst mussten unzählige Rangeleien schlichten und Platzverweise erteilen. Eine tätliche Auseinandersetzung mit Körperverletzung zwischen zwei 18-Jährigen wurde angezeigt.

Fasching in Altenstadt
Altenstadt: Insgesamt wurden während des Faschingtreibens fünf männliche Personen im Alter von 15, 16, 2x 17 Jahre und 33 Jahre in Gewahrsam genommen. Alle Personen waren deutlich unter Alkoholeinfluss. Drei Jugendliche wurden zur Unterbindung weiterer Straftaten, nach Körperverletzungen, Widerstand gegen Polizeibeamte und Beleidigung in Gewahrsam genommen. Zwei kamen wegen Alkoholausfallerscheinungen in Schutzgewahrsam. Alle Personen wurden entweder den Eltern überstellt oder nach Beendigung der Veranstaltung entlassen. Eine 19-jährige Frau musste wegen Alkoholproblemen dem Rettungsdienst überstellt werden. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und einer Zivilstreife der PI Illertissen wurden Jugendkontrollen (mitführen von brandweinhaltigen Getränken), sogenannte Rucksackkontrollen, im Veranstaltungsraum durchgeführt. Zum ersten mal wurden auch Teststreifen für den Nachweis von Brandwein (Schnaps) in den mitgeführten Flaschen eingesetzt. Die Teststreifen stellten sich als hilfreich heraus, wenn Jugendliche nicht bereit waren, die „Mischung“ ihrer Getränke anzugeben. Insgesamt wurden ca. 15-20 Liter branntweinhaltige Getränke „entsorgt“. Ein Rucksack mit mehreren Flaschen Schnaps wurde sichergestellt. Er gehörte einem 18-Jährigen der mit einer Gruppe von Jugendlichen unterwegs war. Die Bundespolizei musste am Bahnhof Altenstadt einige Platzverweise gegenüber uneinsichtigen und betrunkene „Narren“ aussprechen um den Zugverkehr ohne Gefährdung abwickeln zu können. Im Bereich des Bahnhofs kam es zu vermehrten Gleisüberschreitungen, die von der Bundespolizei verfolgt werden.

Wettbewerb gegen „Komasaufen“: Jugendliche setzen auf kreativ statt exzessiv – Spotidee Lebensgefahr gewinnt 

Kreativ statt exzessiv:
Diese Überlegung steckt hinter dem Wettbewerb „Ideenrausch“ der Polizei, an dem sich Hunderte von Jugendlichen aus ganz Deutschland beteiligt haben. Im Rahmen der Kampagne „Don't drink too much – STAY GOLD" (zu Deutsch: Trink nicht zu viel, bleib Dir selbst treu) haben sie die Gelegenheit genutzt, sich schöpferisch gegen das so genannte Komasaufen zu betätigen. Gewonnen hat die Spotidee „Lebensgefahr“, gekürt wurde sie von den Jugendlichen selbst. Der Filmspot zur Siegeridee ist unter www.staygold.eu im Internet eingestellt. Gerade während der Faschingszeit konsumieren immer mehr junge Menschen viel zu viel Alkohol. Deshalb ruft die Polizei gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern, dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbrauchschutz (BMELV) und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol gerade zur fünften Jahreszeit auf. 

Was als harmlose Party unter Freunden beginnt, endet in der Notaufnahme. Denn anstatt mit wenig Alkohol viel Spaß zu haben, peppen die Gäste die Bowle mit Schnaps auf. Am Ende der Party schwebt der Gastgeber wegen akuter Alkoholvergiftung in Lebensgefahr. Diese drastische Geschichte zum „Komasaufen“ haben Jugendliche im Rahmen des Wettbewerbs „Ideenrausch“ im schülerVZ zum Sieger gewählt. „Die Gewinneridee macht deutlich: Wer maßlos Alkohol trinkt, ist nicht cool, sondern ein Verlierer. Er gibt sich nicht nur der Lächerlichkeit preis und verliert die Kontrolle, sondern spielt auch mit seiner Gesundheit – im schlimmsten Fall sogar mit seinem Leben“, sagt Dr. Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg. „Dass die Jugendlichen ausgerechnet diese Geschichte ausgewählt haben, zeigt, dass wir mit unserer Kampagne einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben: Junge Menschen beginnen über die negativen Folgen exzessiven Alkoholkonsums nachzudenken“, so Hammann weiter.

„Der Kurzfilm greift die Lebenswirklichkeit Jugendlicher auf und verdeutlicht, dass das so genannte Komasaufen zum Tod führen kann. Während der Karnevalszeit wollen wir damit die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken und verdeutlichen, dass man sich nicht um den Verstand trinken muss, um Spaß zu haben“, erläutert Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die Bedeutung der Kampagne unterstreicht auch Mechthild Dyckmans MdB: „Als Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Schirmherrin von 'Don't Drink too much - Stay Gold' freue ich mich über den erfolgreichen Wettbewerb 'Ideenrausch'. Der Gewinner des Wettbewerbs beschreibt, was inzwischen leider mehrmals täglich in Deutschland geschieht: Jugendliche betrinken sich bis zur Bewusstlosigkeit, der Notarzt wird gerufen und sie müssen im Krankenhaus einer Notfallbehandlung unterzogen werden. Ich wünsche diesem Spot daher eine möglichst weite Verbreitung, damit die Zahl der alkoholvergifteten Jugendlichen in diesem Jahr sinkt."

Die Siegeridee ist aus dem Leben gegriffen, denn der Trend zum Komasaufen hält ungebrochen an. Jeder fünfte Jugendliche betrinkt sich regelmäßig. Oft enden Trinkgelage in Gewalt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2008 rund 25.700 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt. Dies stellt einen deutlichen Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl sogar um 170 Prozent gestiegen (2000: 9.500 junge Patienten mit Alkoholvergiftung stationär behandelt). Doch nicht nur Alkoholvergiftungen, auch Schlägereien und Sachbeschädigungen von Jugendlichen unter Alkoholeinfluss sorgen immer wieder für Aufsehen. Nahezu jede dritte Gewalttat wurde im Jahr 2008 unter Alkoholeinfluss begangen. Zudem standen bei mehr als 65 Prozent der Widerstandsdelikte (2008: 18.250 von 28.007 Fällen) die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss. 

Der Ideenrausch-Wettbewerb ist ein weiterer Baustein der Kampagne „Don’t drink too much – STAY GOLD“. Diese startete bundesweit bereits im Dezember 2008. Die Kampagne setzt auf provokante und dialektische Motive, die einen Denkprozess bei den Jugendlichen hervorrufen, an dessen Ende die Erkenntnis steht: Mit wenig Alkohol kann man viel Spaß haben. Wer allerdings übermäßig Alkohol konsumiert, riskiert gesundheitliche Schäden und läuft Gefahr, auch andere zu schädigen.




 



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